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Dienstag, den 13.04.2021
Kieler Forschungsprojekt zur Entwicklung einer autonomen Fähre erhält Millionenförderung vom Bund

Die Entwicklung eines autonomen Fährverkehrs in Kiel wird vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur mit rund 6,1 Millionen Euro unterstützt. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Verkehrsminister Andreas Scheuer am 29. März 2021 in einer Online-Veranstaltung an die Beteiligten des Projektes CAPTN „Förde Areal“. Die Verantwortung für die Umsetzung und Koordination des Projektes trägt die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-GmbH). Kooperationspartnerinnen sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die Fachhochschule (FH) Kiel sowie die Unternehmenspartner ADDIX GmbH, Raytheon Anschütz GmbH und die Wissenschaftszentrum Kiel GmbH.

Die Initiative CAPTN (Clean Autonomous Public Transport Network) verfolgt seit 2018 das Ziel, eine umweltfreundliche, autonome Mobilitätskette für den öffentlichen Nahverkehr für die Stadt Kiel zu entwickeln und umzusetzen. Herzstück dieses Vorhabens sind autonome emissionsarme Personenfähren, die das Ost- und Westufer miteinander verbinden. Die Realisierung dieses Vorhabens ist mit der Bundesförderung ein ganzes Stück näher gerückt. In den kommenden zwei Jahren entsteht auf der Kieler Innenförde zunächst ein Testfeld für eine autonom agierende Forschungsplattform, die in zwölf Monaten vom Stapel laufen soll.
Die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH fungiert als Bauherrin und Betreiberin des Versuchsträgers. Sie verantwortet die Nutzung des Testfeldes, den Aufbau einer Betriebsleitzentrale und koordiniert die einzelnen Forschungsprojekte von CAPTN Förde Areal. „Wir freuen uns auf die tolle Chance, unsere langjährige Erfahrung beim Bau und Betrieb von Forschungs- und Entwicklungsinfrastrukturen in das Vorhaben einzubringen“, erklärt FuE-Geschäftsführer Björn Lehmann-Matthaei. „Autonome Schifffahrt ist ein Gebiet mit großem technologischen Innovationspotential, für das neue Betriebs- und Sicherheitskonzepte erarbeitet werden müssen.“

Die Forschungsplattform wird aus Aluminium bestehen und mit einem emissionsfreien elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Der 18 Meter lange und acht Meter breite Versuchsträger mit einem Tiefgang von einem Meter soll eine Tragfähigkeit von 8,5 Tonnen haben. In einem zunächst noch sehr begrenzten, ufernahen Areal werden Prof. Hauke Schramm (FH Kiel) und Prof. Tomforde (CAU) zunächst ein exemplarisches Manöver, das Ausweichen, erforschen. Dabei wird die Plattform jedoch nicht autonom handeln, sondern einem Remote-Schiffsführer Vorschläge für die notwendigen Steuerungsmaßnahmen unterbreiten. Um dies gewährleisten zu können, wird die Plattform mit einer umfangreichen optischen Sensorik ausgestattet, erklärt Professor Hauke Schramm: „Erfasst werden soll der für die Sicherheit des Schiffes relevante Bereich, wobei dessen genaue Bestimmung beziehungsweise Definition Teil unserer Aufgabe sein wird. Das Thema ist anspruchsvoll, da wir auf Basis der optischen Daten zu jedem Zeitpunkt, also bei Wind und Wetter, eine zuverlässige Erkennung der Schiffsumgebung erreichen müssen, also andere Schiffe, Schwimmer, Uferstrukturen und ähnliches erfassen möchten. Zumindest ist dies das Fernziel.“ Um später autonom agieren zu können, muss das System dazu mittels künstlicher Intelligenz (KI) die gewonnenen Daten auswerten und interpretieren lernen.

Weitere Informationen:
www.wize-kiel.de

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Letzte Aktualisierung am 14.05.2021
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