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Mittwoch, den 15.01.2020
Rolls-Royce und Robert Allan stellen erstes Flachwasser-Schubschiff mit LNG-Antrieb der Welt vor

Rolls-Royce und das kanadische Schiffsdesignunternehmen Robert Allan haben das erste Flachwasser-Schubschiff der Welt mit LNG-Gasmotorantrieb entwickelt. Die Klassifikationsgesellschaft DNV GL bescheinigte dem gemeinsamen Konzept anlässlich der International Workboat-Show in New Orleans die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit (Approval in Principle). Das von zwei MTU-Gasmotoren des Typs 8V4000M55RN von Rolls-Royce angetriebene Schubschiff für den Einsatz auf Binnengewässern ist kostengünstiger im Betrieb und verursacht weniger umwelt- und klimaschädliche Abgase als Schiffe mit herkömmlichem Antrieb.

Das von Rolls-Royce und Robert Allan erarbeitetet Konzept des gasmotorbetriebenen Flachwasser-Schubschiffs basiert auf dem bewährten Robert-Allan-Design RApide 2800-Z2 das bereits für einige dieselbetriebene Schiffe auf dem Amazonas verwendet wird. Das für den LNG-Antrieb veränderte Schiffsdesign ermöglicht nicht nur den Einbau der beiden MTU-Gasmotoren des Typs 8V4000M55RN mit der Emissionsabstimmung IMO Tier III und jeweils 746 kW Leistung, sondern des gesamten Gasversorgungssystems, das ebenfalls von Rolls-Royce geliefert werden kann, ebenso wie auch das Gassteuerungs- und Sicherheitssystem sowie die Schiffsteuerung.

Der äußerlich unveränderte Rumpf wurde so umgestaltet, dass er neben der normalen Maschinenausstattung auch den 70 Kubikmeter großen Gastank aufnimmt und der Mannschaft eine angenehme Arbeitsumgebung bietet. Die unteren Mannschaftskabinen, der Aufenthaltsraum und die Kombüse sind um ein Deck nach oben verlegt und das Deckhaus vergrößert.

Das Approval in Principle von DNV GL bescheinigt dem Design, dass es den Regeln dieser Klassifizierungsgesellschaft für die Klassifizierung von Schiffen und den internationalen Sicherheitsvorschriften für Schiffe entspricht, die Gas oder andere Treibstoffe mit niedrigem Flammpunkt verwenden. Es ist eine unabhängige Bewertung des Konzepts innerhalb eines festgelegten Rahmens und stellt fest, dass das Design grundsätzlich umsetzbar ist und keine grundsätzlichen Realisierungsbedenken bestehen.

LNG (verflüssigtes Erdgas) als Kraftstoff gewinnt in der Schifffahrt zunehmend an Bedeutung, um umwelt- und klimaschädliche Abgase zu verringern. Damit betriebene Motoren verursachen keine Rußpartikel, stoßen deutlich weniger Stickoxide als Dieselmotoren aus und sind insgesamt klimafreundlicher. DNV GL geht davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 40 bis 80 Prozent der Energie zum Schiffsantrieb aus Gaskraftstoff stammen. Darüber hinaus ist Gas, sofern verfügbar, kostengünstiger im Betrieb.

Stefan Müller, Leiter des Application Center Marine & Naval beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems, sieht in der Verwendung schnellaufender, reiner Gasmotoren wie der MTU Baureihe 4000 große Einsatzpotentiale in Häfen, küstennahmen Anwendungen und dem Binnenverkehr. Voraussetzung hierzu ist der Aufbau eine zuverlässigen Kraftstoffinfrastruktur.

Weitere Informationen:
www.rrpowersystems.com

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Letzte Aktualisierung am 04.04.2020
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